Making Of: Digitales Tierportrait Lucie

Making Of: Digitales Tierportrait Lucie

21. März 2019 Digital Painting Making Of 0

Jeder Tierhalter kennt den Schmerz, wenn ein geliebter Vierbeiner den Gang über die Regenbogenbrücke antreten muss. Ein Freund von mir hat seine Katze Lucie nun schon vor zwei Jahren gehen lassen müssen – und doch ist die Miez unvergessen und auf seinem Schreibtisch auf der Arbeit befindet sich bis heute ein Foto von ihr. Als besonderes Denkmal hat die Kleine nun auch ein digitales Portrait aus meiner Feder bekommen.

Das Foto, das seine Tochter dafür aussuchte, war nur noch als Bilddatei mit den kolossalen Ausmaßen (ähm) von 288×500 Pixel vorhanden. Ich wollte das Portrait aber für den A3-Druck optimieren: Dementsprechend war beim Malen diesmal viel Interpretationsgabe gefragt. Große (und scharfe) Fotovorlagen sind insofern hilfreich, dass man als Künstler ein viel klareres Bild vom zu malenden Subjekt bekommt: Das erleichtert das Schaffen eines realitätsnahen Abbildes natürlich enorm. Hat man allerdings die Proportionen soweit getroffen, kann man über das Ausarbeiten von Helligkeit und Schatten relativ easy mehr Wow ins Bild bringen.

Stufe 1: Die Basis

Nach Outlines und Farbstudie habe ich der digitalen Lucie eine Fellstruktur verpasst und so die Vorlage rekonstruiert. Tierart und Farbe sind ja ganz gut erkennbar – aber Tiefe und Farbintensität fehlen sichtlich. Das Portrait hat noch zu wenig Ausdruck, als dass es der hübschen Katzenlady gerecht werden würde.

Tierportrait

Stufe 2: More Drama

Aus der Vorlage war nichts mehr herauszuholen. Also: Ab dafür. Ich pickte mir nun zunächst die potenziell dunkelsten Stellen des Bildes heraus und verpasste ihnen mehr Schwärze.

Tierportrait

Stufe 3: Fokus auf die Schnute

Richtung stimmt. Ergo: Mehr davon. Das bringt die Fellzeichnung schon deutlich mehr zur Geltung. Gerade die (auf der Vorlage eher unscharfe) Schnauze wirkte außerdem noch ziemlich platt: Hier mussten noch vernünftige Schatten gesetzt und weichere Übergänge geschaffen werden.

Tierportrait

Stufe 4: Kleinkram

Die Schnauze wird noch weiter ausgearbeitet, die Ohren bekommen mehr Haare, das weiße Brustfell wird aufgehübscht und die Konturen glattgebügelt.

Tierportrait

Schritt 5: Feinschliff und Background

Nur noch der letzte Schliff… Und fertig ist die Kleine! Das Original ist für den A3-Druck optimiert, sodass die hübsche Motte einen Ehrenplatz in der Wohnung meines Freundes einnehmen und von dort über ihr altes Revier wachen kann.

Tierportrait

Solche Tierportraits sind übrigens ein großartiges Geschenk für jeden Tierhalter. Das Portrait meines Katers Buddy schmückt hier auf Leinwand gedruckt den Flur. Eine Freundin hat mittlerweile drei Tierportraits von mir in der Wohnung hängen – das gedruckte Digital Painting vom Schimmel, eine Bleistiftzeichnung vom Hund sowie das Erinnerungsbild ans alte Pferdchen in Pastellkreiden. Würde die Wasserschildkröte mal stillhalten, würde ich ihr die auch noch verewigen. Egal, ob die Vierbeiner noch da sind oder nicht – sie immer irgendwie vor Augen zu haben, gibt einem ein schönes Gefühl…

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