Making Of: Speed Painting An American Werewolf in London

Making Of: Speed Painting An American Werewolf in London

17. März 2019 Digital Painting Making Of 0

»Und hütet euch vor dem Mond!«

1981 erblickte John Landis‘ eigenwillige Horror-Comedy An American Werewolf in London das Licht der Welt. Heute ist der Film zurecht ein Klassiker. Zu seiner Zeit dagegen? Nun ja. Der AWIL war ein bisschen zu lustig für Horror. Und ein bisschen zu fies für eine Komödie. Kein ganz einfacher Streifen. Zum Glück hat das damals Rick Baker nicht davon abgehalten, Make-up und Props zu designen. Der bescherte dem Zuschauer nicht nur einige überaus überzeugende Untote, sondern auch eine verdammt krasse Werwolf-Requisite.

Als kleines Blag hat dieser Wolf mich in Angst und Schrecken versetzt und mehr als einmal mein nächtliches Kopfkino infiltriert. Heute sehe ich ihn eher als wirkungsvolles Kunstwerk – und das wollte ich mit einem Speed Painting würdigen.

Schritt 1: Explodierter Pixelbrei

Fixe Farbskizze bei voller Deckkraft. Ich bin immer begeistert, wie hoch dekorativ die ersten Prozessstufen bei Gemälden anderer Künstler aussehen: Mit sanften Pinselstrichen werden dort die Formen nachgezeichnet, zaghaft werden Licht und Schatten erkundet, das Motiv entfaltet sich wie im Tanz… Ich dagegen schieße mit Paintball-Gewehren auf unschuldige Leinwände und veranstalte Farbmassaker. Tja.

American Werewolf

Schritt 2: Schadensbegrenzung

Die Kanten werden glattgebügelt. Ich mache das über Variationen in Deckkraft und Farbfluss, nie über das Weichzeichnen-Werkzeug. Die prominentesten Merkmale – Augen und Schnauze – werden schon einmal herausgearbeitet. Noch ist das Wölfchen allerdings nackt.

Schritt 3: Ein sanfter Flaum

Damit der AWIL nicht friert, bekommt er Haare. Ich bin ja kein großer Fan davon, es mir mit tausend Pinselspitzen zu leicht zu machen (in meinen Augen sieht man das später auch deutlich): Ich zeichne tatsächlich noch ganz oldschool Haar für Haar. Dafür bin ich wohl einfach zu lange traditionell mit Graphit unterwegs gewesen.

Schritt 4: Plastizität im Pelz

Das Fell bekommt Licht und Schatten. Die Schnauze kriegt tiefere Falten, um das extreme Fletschen noch weiter hervorzuheben.

Schritt 5: Mouthjob und Finish

Zum Ende hin standen besonders die Beißerchen noch einmal im Fokus. Das ganze Portrait steht und fällt letztendlich mit der Schnauze: Wenn die sich mit ihren gewaltigen Hauern nicht wirklich zum Betrachter nach vorn zu wölben scheint, ist die die Wirkung im Eimer. Dafür darf man auch mal etwas extremer mit Licht und Schatten spielen.

Rawr! Da isser. Der Kleine hat fellbedingt wohl um die 15 Stunden Zeit in Anspruch genommen. In solchen Portraits kann man sich aber locker noch etliche Stunden mehr verlieren!

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